Oakland University – Abschlussbericht

Dies ist der offizielle Abschlussbericht für mein Auslandssemester an der Oakland University in den USA, den ich für unser ISO (und andere am Auslandssemester Interessierte) geschrieben habe. Er ist im Grunde eine Zusammenfassung meiner Blogbeiträge aus dem letzten halben Jahr (Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6 und Teil 7).

Vorbereitung

Im Vergleich zu anderen Ländern gehört das Auslandssemester in den USA vermutlich zu den Zielen, die etwas mehr Planungsarbeit erfordern. Spätestens ein Jahr vorher sollte man anfangen, sich um die Bewerbung beim ISO, den Sprachtest (beim Sprachenzentrum der Uni) und das Visum (mit Besuch in einem amerikanischen Konsulat), die Anrechnung der Kurse und die Anreise zu kümmern. All diese Dinge habe ich als relativ unkompliziert erlebt, aber sie erfordern natürlich Zeit und manchmal etwas Durchhaltevermögen.

Darüber hinaus ist es eine gute Idee, schon frühzeitig nach möglichen Kursen auf der Webseite der Oakland University zu schauen (auch wenn man sich dafür dann noch nicht anmelden kann) und deren Auswahl und Anrechnung mit der Studienberatung zu besprechen. Hierbei ist zu beachten, dass die amerikanischen Credit Points einen anderen Zeitaufwand bedeuten. Für das Masterstudium gibt es eine Höchstgrenze von 12 CP pro Semester, was meistens 3 Vorlesungen entspricht. Diese Vorlesungen bringen mit den regelmäßigen Hausaufgaben, Quizzen, Ausarbeitungen, Vorträgen und Klausuren jedoch auch einen etwas höheren Arbeitsaufwand als typische Module in Oldenburg.

Anreise

Die Anreise zur Oakland University erfolgt am Einfachsten über den Flughafen in Detroit, von hier sind es jedoch noch etwa 45 Minuten mit dem Auto bis zur Uni. Hierbei kann die International Oasis helfen, eine gemeinnützige Organisation an der Oakland University, in der viele hilfsbereite Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sowie Studierende organisiert sind. Über deren Webseite kann man über ein Formular anfragen, ob es möglich ist, am Anreisetag vom Flughafen abgeholt zu werden. Darüber hinaus bietet die International Oasis kostenlos Möbel und Inventar für die WG an und organisiert auch regelmäßig Veranstaltungen. Schließlich werden sogar Gastfamilien vermittelt, wenn man gerne mal ein amerikanisches Thanksgiving oder Weihnachten miterleben möchte.

Für die Rückreise empfiehlt sich womöglich ein Abstecher ins kanadische Toronto, wohin ab Detroit Busse und Züge fahren. Ab hier gibt es, verglichen mit dem Flughafen in Detroit, deutlich günstigere Flüge nach Deutschland.  Ich habe dies noch mit einem 6-tägigen Aufenthalt dort und einem Besuch bei den Niagarafällen verbunden, was ich beides auch sehr empfehlen kann.

Die Universität

Gemeinsam mit etwa 30 anderen Studierenden wohnen die Oldenburger in der Regel am Rand des für Deutsche Verhältnisse wirklich riesigen Uni-Campus im International Village. Dieses ist Teil der Ann V. Nicholson Apartments, in denen insgesamt etwa 500 Studierende wohnen. Die 4er-WGs verfügen jeweils über eine Küche, einen gemeinsamen Wohnbereich, zwei Badezimmer sowie einen Raum mit Waschmaschine und Trockner.

Wer sich den Campus der Oakland University von oben ansieht, dem fällt auf, dass den weit größten Teil des Geländes gar nicht die Fakultäts- und Verwaltungsgebäude ausmachen. Zum Uni-Campus zählen nämlich unter anderem auch ein Wald, ein Amphitheater und ein Golfplatz von beachtlicher Größe. In der Mitte von alldem befindet sich Meadow Brook Hall, eines der größten historischen Anwesen der USA (von der Größe eines Schlosses und heute ein Museum), das in den 20er-Jahren durch Matilda Dodge Wilson, der Witwe des Gründers der Automarke Dodge, erbaut wurde. Sie war nicht nur eine der reichsten Frauen ihrer Zeit, sondern auch sehr philanthropisch und politisch engagiert und stiftete ihr Land und Vermögen zur Gründung der Oakland University.

Mit den breiten Wegen, Beeten und großen Rasenflächen, die alle nachts künstlich bewässert werden, hat mich der Campus im Sommer eher an ein Ferienresort erinnert, als an eine Universität. Dafür ist er natürlich nicht so zentral oder nah an der Innenstadt gelegen wie die meisten Unis in Deutschland.

In der Vandenberg Hall befindet sich die Dining Hall, eine Art Mensa, in der man fast rund um die Uhr essen kann. Qualitativ kommt das Essen jedoch meist nicht an die Mensa in Oldenburg heran und ist zudem auch recht teuer, weshalb ich ganz froh war, beim Einzug keinen Meal Plan (eine Art Knebelvertrag fürs Mensa-Essen) abgeschlossen zu haben. Mit dem free food, das es fast jeden Tag irgendwo in der Uni gibt und der Küche in unserem Apartment waren wir deutlich besser dran, als die Bewohner der anderen Wohnheime auf dem Campus, die diesbezüglich quasi keine Wahl haben.

Die Master-Vorlesungen der Computer Science habe ich zwar als zeitaufwendig, aber im Vergleich zu Oldenburg, nicht zu anspruchsvoll empfunden. Die Lehrenden sind in der Regel sehr engagiert und nehmen sich auch abseits der Vorlesungen viel Zeit für ihre Kurse. Bei all meinen Professoren hatte ich das Gefühl, dass sie ein persönliches Interesse daran haben, ihre Studenten näher kennenzulernen, was ich in dieser Form bisher aus Oldenburg nicht gewohnt war.

Alltag und Freizeit

Beeindruckt hat mich an der Oakland University die Vielzahl von selbstverwalteten Clubs, die abseits der Vorlesungen Möglichkeit dazu geben eigene Interessen zu verfolgen und Amerikaner näher kennen zu lernen. Von Sportclubs für alle möglichen Team- oder Individualsportarten, Roboter-, Musik-, Spiele- und Umweltclubs sowie politische, themenbezogene und akademische Clubs sollte hier für jeden etwas dabei sein. Im schlechtesten Fall nimmt man hier das free food mit, im besten Fall Freunde fürs Leben.

Darüber hinaus bieten auch die International Oasis und das International Village spannende kostenfreie Ausflüge in die nähere Umgebung sowie Aktionen an, die allesamt sehr empfehlenswert sind. Sehenswert ist auch das Studierendentheater und eines der Highlights war sicherlich ein von der Uni angebotener Ausflug an Halloween in den Cedar Point Parc nach Ohio, einen der größten Freizeitparks der Welt. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit im Rahmen des Auslandssemesters noch mehr von den USA zu erleben, so habe ich beispielsweise nach den Klausuren im Dezember mit zwei Freunden noch einen Trip nach Washington DC unternommen, was als Ziel auch sehr zu empfehlen ist.

Fazit

Ich habe an der Oakland University ein fantastisches Auslandssemester an einer beeindruckenden Universität erlebt und viele neue Freunde gefunden. Diese einmalige Erfahrung kann ich uneingeschränkt jedem empfehlen, der mit dem Gedanken spielt, ein Auslandssemester zu planen. Sowohl die Betreuung vor Ort als auch die vom Oldenburger ISO waren sehr gut und hilfreich. Die Oakland University wäre bei einem weiteren Aufenthalt für mich die erste Wahl.

Interessante Links

http://catalog.oakland.edu https://sail.oakland.edu/PROD/bwckctlg.p_disp_dyn_ctlg Vorlesungsverzeichnis der Oakland University
https://www.kiwi.com Günstige Flüge in die USA, in den USA und zurück
https://internationaloasis.org Kostenloser Flughafen-Transfer und tolle Veranstaltungen vor Ort
http://n26.de Kostenlose deutsche Kreditkarte für gebührenfreie Zahlungen in den USA
https://www.revolut.com/de/ Gebührenfreier Geldwechsel zum echten Wechselkurs und internationale Überweisungen von EUR in USD und zurück
http://www.ratemyprofessors.com/campusRatings.jsp?sid=716 Webseite mit anonymen Bewertungen der OU-Professoren und ihren Kursen
https://orgsync.com/browse_orgs/339 Verzeichnis der Clubs an der Oakland University (nach Anmeldung)
https://adrian-jagusch.de/kategorie/auslandssemester/ Mein Blog mit ausführlicheren Erlebnisberichten vom Auslandssemester an der Oakland University

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