Oakland University – Einkaufen und Bezahlen in den USA

Während meines Auslandssemesters an der Oakland University habe ich mich (aus guten Gründen) gegen einen Meal Plan in der Dining Hall und fürs Selberkochen bzw. alle Gelegenheiten für Free Food entschieden. Damit einher geht natürlich auch, dass ich öfter mal einkaufen gehen musste. Grundsätzlich war das Einkaufen in den USA immer mit etwas mehr Planung verbunden, als ich es aus Deutschland gewohnt war – nach der Uni noch kurz beim Supermarkt vorbeischauen, ist schließlich nicht so leicht, wenn dieser 25 Minuten weit weg ist. In der Regel habe ich daher auch nicht mehr als einmal pro Woche Lebensmittel eingekauft.

Der typische Wocheneinkauf findet in Amerika bei Walmart oder Meijer statt, wobei diese Einkaufstempel von der Größe eines IKEA-Centers für uns nur per Auto zu erreichen waren. Daher bin ich dorthin nur gelegentlich gefahren, wenn ich außergewöhnlichere Dinge (Nachttischlampe, Steckdosenadapter, Bettwäsche, etc.) brauchte und mich jemand mitnehmen konnte.

Etwas kleiner und vom International Village aus zu Fuß erreichbar sind Busch’s, Trader Joe und Whole Foods, die zwar die meisten Dinge für den täglichen Bedarf haben, aber leider auch deutlich teurer sind. Grundsätzlich war ich überrascht davon, wie teuer Lebensmittel in den USA sind. Selbst einfache Dinge wie Brot, Reis, Mehl und Gemüse kosten häufig mehr als doppelt so viel wie in Deutschland. Gewöhnungsbedürftig ist auch, dass Produkte grundsätzlich ohne die Mehrwertsteuer (6% sales tax in Michigan) ausgeschildert sind und diese dann noch an der Kasse draufgeschlagen werden.

Manche Dinge (USB-Adapter, Touchscreen-Handschuhe, etc) sind dann leider so speziell, dass sie auch in den großen Supermärkten nicht zu finden sind. Hierfür ist dann die Online-Bestellung bei Amazon naheliegend und ich war in diesem Zusammenhang sehr überrascht, als mir bei amazon.com noch einmal eine kostenlose 6-monatige Prime-Mitgliedschaft vorgeschlagen wurde – obwohl ich diese auf amazon.de mit demselben Account schon einmal hatte. Auf diese Weise konnte ich mir nicht nur kostenlos vieles direkt an die Tür liefern lassen, sondern hatte auch noch Zugang zu amerikanischen Filmen und Serien mit Amazon Prime Video. Und bis die kostenlose Prime-Migliedschaft ausläuft, bin ich auch schon wieder in Deutschland… 😅

Das Bezahlen in den USA ist im Allgemeinen sehr viel angenehmer als in Deutschland. Auch wenn es in den letzten Jahren etwas besser geworden ist, gibt es selbst heute noch überraschend viele Supermärkte in Deutschland, die keine Kreditkarten annehmen. In den USA wäre das praktisch unvorstellbar.

Mit meiner deutschen N26-Karte hatte ich an der Kasse nie Probleme. Das Gute an dieser kostenlosen Kreditkarte ist, dass beim Bezahlen in Fremdwährung der echte Wechselkurs herangezogen wird und keine Gebühren anfallen. Hin und wieder wird man vom Lesegerät gefragt, ob der Betrag umgerechnet und in Euro abgebucht werden soll – dies sollte man dann auf jeden Fall verneinen, da dieser Wechselkurs gegenüber der N26-Mastercard nur schlechter sein kann.

Ein Problem der N26-Karte bleibt, dass man mit ihr nicht (mehr) kostenlos in Fremdwährungen Bargeld abheben kann. Die 1,7%, die auf den Geldbetrag draufgeschlagen werden, sind zwar vertretbar, trotzdem wollte ich für die Dauer meines Aufenthaltes etwas Günstigeres haben.

Fündig wurde ich überraschenderweise direkt bei unserer Universität. In den USA ist es nicht unüblich, dass Unis eigene Kreditinstitute betreiben oder an Bankensysteme angeschlossen sind. Bei der Oakland University ist dies die OU Credit Union, eine not-for-profit organization, die auf dem Campus im Grunde alles von Wohnkosten und Studiengebühren über Studienkredite, sowie Spar- und Girokonten organisiert.

Für mich war dies in vieler Hinsicht sehr praktisch. Zum einen konnte ich hier ein kostenloses Girokonto in US-Dollar mit amerikanischer Kontonummer eröffnen, mit dem ich kostenlos Bargeld abheben konnte. Zudem gelten die Visa-Karten auf dem Campus auch als Studienausweis und verfügen über die Funktionalität, um Zugang zu den Wohngebäuden, Computer-Laborräumen und dem Fitnessstudio zu bekommen, man kann Bücher in der Bibliothek ausleihen und zu guter Letzt gibt es noch eine Art Geldkartenfunktion (GrizzCa$h), mit der man 10% Rabatt auf den Kaffee in der Cafeteria bekommt. Was will man mehr? 😀

Eine weitere sehr interessante Funktion war, dass man die Karte auch über Apple Pay und Android Pay auf sein Smartphone laden konnte und so an vielen Stellen (unter anderem in den meisten Supermärkten) einfach per Fingerabdruck bezahlen konnte (beim iPhone muss man, solange es Apple Pay noch nicht in Deutschland gibt, dafür lediglich die Region in den Einstellungen auf USA umstellen).

Bezahlt man die Kosten für das Wohnen auf dem Campus (und ggf. die Studiengebühren) zudem mit einer internationalen Kreditkarte, werden durch den Zahlungsdienstleister der Uni noch einmal 2,75% draufgeschlagen. Da lohnt sich der geringe Zeitaufwand für die Eröffnung des kostenlosen amerikanischen Kontos dann doch in jedem Fall.

Eine letzte Herausforderung war für mich, Geld aus Deutschland auf mein amerikanisches Konto zu bekommen. Mit N26 sind internationale Überweisungen in Fremdwährungen relativ einfach möglich, da TransferWise direkt in die N26-App integriert ist. Hierbei werden jedoch Gebühren in Höhe von rund 1% erhoben. Bei den Lebenshaltungskosten für ein Semester kann hier schon einiges zusammenkommen, weshalb ich mich schließlich für die Revolut-App entschieden habe. Das Besondere an Revolut ist, dass die App kostenlos Devisen zum echten Wechselkurs tauscht. Per Überweisung lädt man einfach Euro auf ein virtuelles Euro-Konto, tauscht sie in US-Dollar und sendet sie schließlich an die amerikanische Kontonummer. Bleiben am Ende US-Dollar übrig, geht’s auf dem gleichen Weg wieder zurück. Sehr einfach und günstig 🙂

Sieht man von den etwas höheren Lebenshaltungskosten in den USA ab, habe ich auf diesem Weg nicht nur jegliche Gebühren für Finanztransaktionen umgangen, sondern durch den mittlerweile gestiegenen Eurokurs sogar noch etwas Gewinn mitgenommen! 😀

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