Zu Besuch bei Google

Über kaum ein Unternehmen gibt es im Internet so viele Geschichten und Spekulationen wie über Google als Arbeitgeber. Da gibt es Bilder von Bälle-Bädern und Rutschen, über die man direkt in die kostenlosen Restaurants gelangt. Aber wie sieht es wirklich bei Google in Deutschland aus? Ich war zu Besuch in Googles Zentrale in Berlin und konnte einen Eindruck gewinnen.

Obwohl die Adresse in Berlin direkt am Brandenburger Tor mit Sicherheit zu den besten der Stadt gehört, ist der Eingang zu Googles Geschäftsstelle in Berlin vergleichsweise unauffällig. Von außen weist nur ein Klingelschild unter vielen darauf hin, dass sich in diesem Gebäude eines der weltweit wertvollsten Unternehmen befindet.

Mit dem Fahrstuhl geht es nach oben in den 2. Stock des Gebäudes. Hier ist erstmals auch ein großes, beleuchtetes Logo an der Wand zu sehen. Durch eine gesicherte Glastür geht’s hinein in den heimlichen Traum jedes (Wirtschafts-)Informatikstudenten.

Der erste Eindruck ist knallig: roter Teppich und verschiedenfarbige Wände, darauf befinden sich Zeichnungen mit Anspielungen auf verschiedene Google-Produkte wie Google Maps oder Chrome. Gleich am Eingang gibt’s aber auch schon den Hinweis, dass es in allen Google-Niederlassungen leider nicht erlaubt ist, Fotos zu machen. Wer sich dennoch ein Bild von den Räumen machen möchte, findet öffentliche Fotos von C.P.N. auf der Google-Maps-Seite des Ortes – die entsprechen etwa dem, was ich gesehen habe.

Direkt im großen Eingangsbereich befinden sich mehrere Flachbildschirme und eine Videowand, über die per Google Trends die aktuell meistverwendeten Suchbegriffe sowie aktuelle Videos aus Googles YouTube-Kanal laufen. Gemütliche Sofas und Tische laden zum Hinsetzen ein. Im hinteren Bereich ist ein halb geschlossener Google-Earth-Simulator aufgebaut, in dem man per 3D-Joystick durch die Straßenschluchten von New York fliegen oder per Street View auf Tauchgang im Korallenriff gehen kann. Daneben befindet sich ein Fotoautomat mit dem man Fotos für sein Profil bei Google+ machen (und ausdrucken lassen) kann. Diesen Fotoautomaten habe ich bereits an Googles Stand auf der Computermesse Cebit im Einsatz gesehen – damals allerdings mit einer Warteschlange durch die halbe Messehalle davor.

But First, Coffee

Dass auf einem Tisch leckere Brezeln bereitstanden, ist vermutlich dem Empfang zuzuschreiben – aber auffällig schon im Eingangsbereich waren zwei gläserne Kühlschränke, in denen kostenlose Getränke bereitstanden. In Richtung der Büros war zudem die riesige Kaffeemaschine kaum zu übersehen. Die Googler können hier nicht nur die Kaffeespezialität und Bechergröße wählen, sondern haben auch die Wahl zwischen verschiedenen Bohnensorten. Im Vergleich zur Kaffeemaschine mit Geldeinwurf bei Symantec in London definitiv eine Verbesserung 😉 Wenn man jedoch vergisst, sich für eine Bohnensorte zu entscheiden, wird einem heißes, graues Wasser gezapft – auch nicht schlecht.

Die Googliness setzt sich auf der gesamten Etage fort: Sogar die Toiletten sind in knalligen Farben gehalten und jede einzelne Kabine ist thematisch nach einem anderen Google-Produkt gestaltet. Bällebäder und Rutschen habe ich übrigens keine gesehen – das mag damit zusammenhängen, dass die Niederlassung in Berlin (etwa im Vergleich zu den Büros in Hamburg oder München) vergleichsweise klein ist. Außerdem wird sie hauptsächlich für repräsentative und politische Zwecke benutzt, Produkte werden hier eher nicht entwickelt. Zudem habe ich nicht alles sehen können, der eigentliche Bürotrakt war beispielsweise hinter einer verschlossenen Glastür versteckt.

Medien in die Schule

Nach dem Empfang ging die eigentliche Veranstaltung los: Google hat zusammen mit der FSM (der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V.) zwei neue Unterrichtsmaterialien im Projekt Medien in die Schule herausgebracht. Eine der beiden Veröffentlichungen (DIY und Making) dreht sich rund um den Einsatz von Raspberry Pi, Arduino & Co im Schulunterricht. Entstanden ist eine Sammlung von Infos, Methoden, Tools und Praxisprojekten für den Einsatz in der Arbeit mit Schulklassen. Auch ich durfte zu dieser Broschüre einen Praxisbericht beitragen.

Die andere Unterrichtseinheit Hass in der Demokratie begegnen ist in Zusammenarbeit mit no-nazi.net entstanden. Schwerpunkte liegen auf Rechtsextremismus, Menschenfeindlichkeit und Hate Speech im Internet – besonders gut finde ich, dass konkrete Reaktions- und Handlungsmöglichkeiten erarbeitet werden.

Das Besondere an beiden Veröffentlichungen ist, dass sie als OER (Open Educational Ressources) vorliegen. Da sie unter einer Creative-Commons-Lizenz stehen, dürfen sie nicht nur kostenlos heruntergeladen und kopiert, sondern auch verändert und weiterverbreitet werden.

Update: Offizielle Fotos und Videos der Veranstaltung sind jetzt auch über die Webseite von Medien in die Schule einsehbar. Hier gibt’s zudem noch weitere Hintergründe zu den beiden neuen Unterrichtsmaterialien.

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