Perspektivwechsel

Am Wochenende wurde ein alter Traum von mir wahr: Einmal selbst ein Flugzeug zu fliegen. Am Flughafen Hannover habe ich gemeinsam mit einem Fluglehrer einen „Schnupperflug“ gemacht und konnte dabei überraschend eigenständig die Region aus einer neuen Perspektive entdecken.

Mit diesem Flugzeug, einer Aquila A 210, habe ich den Schnupperflug gemacht.

Mit diesem Flugzeug, einer Aquila A 210, habe ich den Schnupperflug gemacht.

Der (vorübergehende) Traum Pilot zu werden, gehört vermutlich für die meisten Jungs zwischen 3 und 12 Jahren zur normalen Persönlichkeitsentwicklung. Ich bilde da keine Ausnahme: Wenn ich nicht gerade Baggerfahrer Erfinder Lokführer Eisverkäufer werden wollte, hat mich der Traum einmal selbst zu fliegen schon immer fasziniert. Diese Begeisterung hält bis heute an, wobei ich angesichts der Arbeitsbedingungen des Berufs „Pilot“ mittlerweile ein etwas nüchterneres Bild von der Fliegerei habe.

Aber auch ohne Pilotenlizenz hat man am Flughafen in Langenhagen die Möglichkeit diese unglaubliche Erfahrung einmal zu erleben. Nachdem mein erster Termin leider aufgrund schlechten Wetters verschoben wurde, bin ich am vergangenen Samstag tatsächlich bei klarer Sicht und Sonnenschein abgehoben. Ein besonderer Dank geht an meine Familie, die mir dieses Erlebnis mit einem Geburtstagsgeschenk ermöglicht hat.

Nach einer kurzen Einweisung durch meinen Fluglehrer Julian, der nur etwas älter ist als ich, sind wir mit unserer zweisitzigen Maschine vom Typ Aquila A 210 in Richtung Startbahn gerollt. Während Julian die Starterlaubnis vom Tower holte, versuchte ich seiner ersten Aufgabe „einfach auf der Linie fahren“ zu folgen – nicht ganz einfach, wenn man mit den Händen Gas gibt und den Füßen lenkt. Am Haltepunkt angekommen, legte Julian dann den Gashebel nach vorne und ich zog meinen Steuerknüppel zu mir heran: Ich war abgehoben.

Auch in der Luft durfte ich mehr und mehr die Steuerung übernehmen. Bemerkenswert war für mich, wie empfindlich das Flugzeug bereits auf kleinste Berührungen am Steuerknüppel reagierte. Das Flugzeug (per künstlichem Horizont) gerade in der Luft zu halten, stellte sich daher als nicht unanspruchsvoll heraus.

In überraschend kurzer Zeit waren wir über Hemmingen und drehten dort ein paar Kreise, bevor es weiter Richtung Steinhuder Meer (in dem sich die tief stehende Sonne spiegelte) ging, über die Insel Wilhelmstein und schließlich nach Neustadt am Rübenberge.

Nachdem wir ca. eine Stunde geflogen waren, näherten wir uns wieder dem Flughafen Langenhagen, wo ich einen Landeanflug üben konnte. Kurz vor dem Aufsetzen hielt Julian das Flugzeug jedoch noch in der Luft, sodass wir in wenigen Metern Höhe über die Landebahn hinwegflogen, um dann noch eine letzte Runde zu drehen und nach dem zweiten Landeanflug tatsächlich aufzusetzen.

An dieser Stelle kamen wir noch einmal in eine interessante Situation: Über meine Kopfhörer konnte ich im Funkverkehr mithören, dass kurz zuvor ein Airbus beim Landen über den Haltepunkt hinweggerollt war. Julian wartete noch einige Minuten, und erst nachdem sich die Hektik im Tower etwas gelegt hatte, fuhren wir (diesmal schon etwas sicherer der gelben Linie folgend) zurück zur Flugschule.

Wie geht’s weiter? Kommt die Privatpiloten-Lizenz (PPL)? Ein neues Hobby?
Tatsächlich habe ich nach diesem spannenden Erlebnis noch mehr Lust auf Flugzeuge und die Fliegerei bekommen. Zwei Dinge sprechen (zurzeit) leider dagegen:

  1. Eine Flugschule in der Nähe zu finden, hat sich als schwierig herausgestellt. Eine Flugschule in Oldenburg zu wählen, wäre es sicher gut – was ohne Auto aber unrealistisch ist.
  2. Der hohe Preis

Nichtsdestotrotz sind dies Argumente, die sich in einigen Jahren vielleicht schon ganz anders darstellen. Der Traum vom Fliegen bleibt bis dann sicher erhalten.

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